Nightflower Jungfernfahrt


Die Umbauarbeiten an der Atlantis waren und sind noch so umfangreich, dass ich mich dazu entschloss auch den Namen anzupassen. So wurde aus der guten alten "Atlantis" die neue, schöne "Nightflower".

Den dazugehörenden Baubericht will ich in nächster Zeit hier online stellen. Vorab jedoch ein kurzer Bericht über die Jungfernfahrt, nach dem einjährigen Umbau.

Jungfernfahrt der Nightflower

Nightflower01

Als im September die Einladung zum Segelmeeting am 11.Oktober der MSF-Saar kam, war zu diesem Zeitpukt nur die "Rosie" fahrtauglich. Ist zwar auch ein schönes Boot, doch da ja eigentlich "nur" noch das Rigg und die dazugehörende Segelansteuerung der Nightflower fertig zu stellen war, nahm ich mir vor, diese mit höchster Priorität bis zu dem Treffen fahrfähig zu machen.



Nightflower02So kam es, dass ich drei Wochen vor dem Termin während meiner Freizeit fast nur noch in meinem Bastelzimmer zu finden war und baute, fluchte, werkelte, Fortschritte machte und und und. Immer mit dem Gedanken: Es ist ja nicht mehr viel zu tun.....! Aber.... Pustekuchen... Der Teufel steckt im Detail.

Und so baute ich bis zum 11.10. 9.30 Uhr. Gegen 10.30 Uhr war Treffpunkt angesagt! Echt knapp.... Aber ich hatte es ja geschafft! Jetzt hieß es nur noch ganz schnell abriggen, Boote, Reparaturmaterial (man weiß ja nie...) und uns ins Auto und ab zum Bostalsee.

Nightflower03

Ohne nennenswerte Geschwindigkeitsübertretungen kamen wir an und ich machte mich gleich daran die Nightflower voller Stolz aufzuriggen. Kurz darauf konnte ich voller Vorfreude mein Boot mit Egons Hilfe zu Wasser lassen. So hatte ich wenigstens noch die Gelegenheit vor der Regatta alle Funktionen zu testen. Und siehe da: Die Nightflower segelte geradezu graziös über das Wasser.



Glücklilch und voller Euphorie lenkte ich mein Ein-Jahres-Projekt zur Startlinie der Regatta.

Nightflower04

Im ersten und zweiten Lauf funktionierte alles Bestens. Ich war zwar "nur" an 4. bzw. 5. Stelle, doch allein dass alles funktionierte, lies mich auf Wolke 7 schweben. Nach all der Hektik beim Bauen und der dennoch rechtzeitigen Fertig-stellung war die Platzierung nur noch Nebensache.




Doch im dritten Lauf passierte das Unfassbare. Gerade noch stand ich grinsend wie ein Honigkuchenpferd am Ufer, als ich merkte, dass irgendwas nicht stimmt. Ehe ich groß überlegen konnte gab es auch schon einen dumpfen Knall. Meine Nightflower lief ungebremst in den Steg. Mit flauem Gefühl im Bauch und schlottrigen Knien spurtete ich an das Ende des Steges. Am Unfallort angekommen war ich dankbar, dass der Steg aus Kunststoff gebaut wurde. Ich konnte keine äußerlichen Schäden erkennen... zumindest nicht am Steg. Die Nightflower sah mit abgerissenem Vorstag jedoch jämmerlich aus. Betrübt und traurig trug ich mein Boot zum Platz zurück.

Nach dem ich das Innenleben inspizierte, stellte ich wie so oft fest, dass ich trotz aller guten Vorsätze beim Bauen mal wieder mehr den Tag X vor Augen hatte, als hauptsächlich die Perfektion beim Bau.

Ich hatte die Abdeckung der unteren Segelwinde nicht sorgfältig genug befestigt und so konnte diese verrutschen. Was eine kleine Kettenreaktion zur Folge hatte: Die Antriebskette hakte sich fest, dadurch blockierte die Segelwinde, die dadurch den ganzen Saft aus dem Akku zog und daher die Fernsteuerung ausfiel.

Somit war für die Nightflower die Regatta und Jungfernfahrt vorzeitig beendet. Wenigstens hatte ich noch die "Rosie" dabei, die die Nightflower würdevoll vertrat und ich letztendlich auf Platz 6 den Heimweg antreten konnte.

Fazit des Tages: Immer ein zweites Schiff in Petto haben     :-)