Rosie




Nachdem die beiden großen Segler Atlantis und Pegasus doch so einiges an Logistik verlangen, dachte ich mir, dass sowas kleines Handliches mit dennoch anspruchsvoller Technik genau das Richtige Pendant sei. So stieß ich auf die "Dulcibella", die Uwe Kreckel (der Entwerfer) sogar als Schulprojekt anbietet. Diese in der Gaffelversion ist genau das, was ich suchte. Der Name war auch direkt gefunden: "Rosie" soll es werden.

Ein Bekannter überließ mir seine bereits montierten Spanten inkl. Helling und so konnte ich direkt mit den je 2 Seitenteilen und Bodenteilen beginnen. Vorher deckte ich mich mit ordentlich Sekundenkleber ein. Schätzungsweise werden in etwa 15 g gebraucht.

Um die passende Stabilität zu erlangen, ließ ich den Rumpf nach dem Einsetzen der Kielflosse mit Epoxydharz auslaufen. Das Einsetzen des Mastrohres, Ruderkokers und der Decksverstärkung ging recht einfach. Die Schraubösen zum Anlenken des Ruders, wie im Bauplan vorgesehen, werde ich wohl nicht verwenden, sondern mit einer starren Schubstange arbeiten.

Nach dem das Deck mit den entsprechenden Öffnungen (diese sollten sorgfältig ausgemessen werden!!!) aufgeklebt war, kamen die Aufbauten an die Reihe. Die Anpassarbeiten an das Deck sollten mit Geduld ausgeführt werden.



In der Bauanleitung ist der Vorschlag gemacht, eine Leiste zum Abdecken des Übergangs zwischen Deck und Aufbauten aufzukleben. Ich hingegen werde auf diese Leiste verzichten, da ich die Aufbauten und das Deck mit Furnierholz belege und so die übrigen Spalten und Schlitze abdecke.

Der Rumpf und das Kajütendach sollen weiß lackiert werden, Furnier aus Mahagonie und Ahorn mit Beschlägen aus Messing sollen das Bild bestimmen. Die Pflicht ist bereits mit einem Rahmen aus Mahagonie lackierfertig hergestellt. Auf dem Bild rechts sieht man den eingelegten Rahmen für das Kajütendach schon eingepasst.


Für die Verplankung des Decks nahm ich mir eine Menge Zeit und Geduld da das Deck der Blickfang darstellt. Die Stöße der längs verlaufenden aus Ahorn bestehenden Planken verlaufen im Rythmus 1/4, 4/4, 1/2 und 3/4. Es macht zwar wirklich sehr viel Arbeit, doch die Optik spricht für sich.

Zwischenzeitlich waren auch die bestellten Aufkleber fertig. An dieser Stelle vielen Dank an Peter, der auch solche knifflige Aufgaben immer wieder souverän löst!!!

Zu den Namensaufkleber habe ich mir passende rote Zierstreifen in 2 mm Breite machen lassen, doch sind diese im Vergleich zur Schriftgröße doch etwas zu breit geraten. Mal sehen was sich da noch ergibt....

Mittlerweile ist die Ruderpinne aus mehreren Teilen Mahagoni-leisten zusammen geklebt und verschliffen.

Die Türen wollte ich nicht einfach auf die Kajütenwand aufkleben und habe sie daher innen und außen mit Mahagoni und Ahorn-Furnierstücken passend zum Deck gebaut. Als kleine Zugabe klebte ich zusätzlich noch 1 mm Zierleisten, natürlich aus Furnier geschnitten, auf die Türen. Nur der Türknauf fehlt noch, aber der wird mit einem kleinen Messingnagel nachgebildet. Auch die Dachreling ist fertig lackiert.

Nachdem ich nun das Ruder eingebaut habe, musste ich feststellen, dass der (zum Glück rausnehmbare) Pflichtkasten zu tief ist und den Ruderanschlag behindert. Also ein kleiner Tipp: ERST DIE TECHNIK EINBAUEN UND DANN SCHAUEN WIEVEL PLATZ FÜR DETAILS IST!!!

Im Urlaub am Ternscher See ging es dann in die Endzüge, ehe sich Rosie zur Jungerfernfahrt aufmachenkonnte! Mal abgesehen von Details (die während der Winterzeit bearbeitet werden!) fehlte nur noch die Segel.

Jedoch stellte ich auf dem Campingplatz entsetzt fest, dass ich rgendwo auf der Route A1 vom Saarland nach Nordrhein-Westfalen Teile der Wantenspanner verloren habe und war so gezwungen schnellstens Ersatzteile zu besorgen.


Dank Herrn Dreger von Dreger-Modellbau hatte ich innerhalb von nicht ganz 24 Stunden meine neuen Wantenspanner in der Hand.
DAS NENNE ICH SUPER-SERVICE!!!


Im Bild oben rechts ist der Mast mit Sailing und Gaffel zu sehen. Statt zu knoten habe ich die Schlaufen mit dünnem Takelgarn umwickelt und mit Sekundenkleber fixiert. Den bestellten Segelstoff, konnte ich leider nicht nehmen, da dieser wider Erwarten nicht Cremeweiß, sondern betongrau war. So wich ich auf die Schnelle auf den vorhandenen der Pegasus aus. Außerhalb meiner Werkstatt entstanden auf der Segelkiste der Atlantis nun die Segel. Das Anschlagen der Segel erwies sich als recht einfach, so dass ich danach direkt an den Einbau der Steuerung gehen konnte.



Der Netzschalter und der Empfänger wurden nur mit Klett befestigt um mehr Platz für Änderungen im Boot zu haben. Die Messingrohre zur Anlenkung der vorderen Segel sollten dicht verklebt sein, da beim Segeln um den Mast herum Wasser sammeln kann. (Was auch wie Ihr später sehen werdet passiert ist....).Als nun endlich meine Rosie fahrbereit war konnte es zur Jungfernfahrt aufs Wasser gehen.

ICH BIN BEGEISTERT!!!!

Jedoch hielt die Begeisterung nicht sehr lange an!!!! Nach dem Urlaub am Ternscher See ging es noch eine Woche zur Hanse-Sail nach Rostock. Rosie sollte jetzt die große weite Ostsee kennen lernen.... Doch da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken.... Erst waren Windstärken von 6-8 an der Tagesordnung und dann stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass der Mast Wasser gezogen hatte und aufgequollen war!!! Beim Versuch diesen aus dem Mastrohr zu ziehen, brach er..... Das wars mit Segeln auf der Ostsee!!!


Doch damit nicht genug der Schande!!! Zu Hause angekommen kümmerte ich mich um die restlichen Aufkleber die noch die Rosie zieren sollten. Nachdem diese natürlch mit äußerster Sorgfalt geklebt waren, bekam der gesamte Rumpf eine Schutzschicht aus Klarlack. Das hätte ich besser bleiiben lassen sollen. Das Resultat war, dass sämtlich Lackschichten hoch gingen. Obwohl der Klarlack von der gleichen Marke war wie der Farblack..... Somit konnte ich mein Wochenende mit Dingen zubringen, die ich vor nicht allzu langer Zeit schon mal getan hatte. Doch wie heißt es so schön: Übung macht den Meister......(Anmerkung der Redaktion). Doch die herrlichen Bilder der Jungfernfahrt bleiben wenigstens erhalten!!!